Auf der Verbotsliste stehen sowohl Substanzen 1 als auch Methoden. 2 Ob ein Medikament eine solche Substanz enthält, sagt euch die NADAmed. 3

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Verbotene Substanzen

Wir beschreiben und erklären euch die verbotenen Substanzklassen. Sobald ein Präparat, Medikament oder Arzneimittel einer der verbotenen Klassen angehört, ist es im Sport verboten. Wer Medikamente einnehmen muss, sollte sich immer vergewissern, dass sie keine verbotenen Substanzen enthalten.

Nicht zugelassene Substanzen

Dies sind Arzneimittel, die zurzeit nicht durch eine staatliche Gesundheitsbehörde für die therapeutische Anwendung beim Menschen zugelassen sind. Sie sind jederzeit, in und außerhalb von Wettkämpfen, verboten.

Anabole Substanzen

Der Begriff „anabol“ betrifft körperaufbauende Vorgänge, daher auch der Name Anabolika. Bekannte Anabolika sind die sogenannten Steroidhormone, kurz: Steroide. Sie ähneln dem männlichen Sexualhormon Testosteron. Sie fördern die Eiweißherstellung in den Muskelzellen und bewirken damit den Aufbau von mehr Muskelmasse. Testosteron hat neben der anabolen auch noch eine androgene Wirkung. Diese bezeichnet die Ausreifung der typisch männlichen Geschlechtsmerkmale wie z.B. eine stärkere Körperbehaarung oder eine tiefe Stimme.

Peptidhormone, Wachstumsfaktoren, verwandte Substanzen und Mimetika

In dieser Kategorie sind überwiegend Hormone zusammengefasst, die ganz natürlich im menschlichen Organismus produziert wird, aber auch synthetisch hergestellt werden kann. Dazu gehört unter anderem auch das bekannte Erythropoietin (EPO). 

Beta-2-Agonisten

Beta-2-Agonisten werden oft als Spray zur Inhalation in der Behandlung von Asthma eingesetzt. Durch die bronchienerweiternde Wirkung wird davon ausgegangen, dass mehr Sauerstoff ins Blut gelangen kann. Die gängigen Beta-2-Agonisten (Salbutamol, Salmeterol, Formoterol) sind mit einer Dosierung im therapeutischen Bereich erlaubt. Für alle anderen Beta-2-Agonisten müssen Testpool-Athleten für eine Verwendung bei der NADA eine Medizinische Ausnahmegenehmigung (TUE) beantragen. Wer keinem Testpool angehört, benötigt in Deutschland nur ein Attest für diese Substanzen.

Hormon- und Stoffwechsel-Modulatoren

Es handelt sich bei dieser Klasse nicht ausschließlich um Hormone im eigentlichen Sinne, sondern auch um Substanzen, die die Aktivität und Wirkung von Hormonen beeinflussen und in den Stoffwechsel eingreifen. Sogenannte Hormon-Antagonisten werden von männlichen Athleten benutzt, um unerwünschte Nebenwirkungen von Anabolika zu vermeiden.

Diuretika und andere Maskierungsmittel

Diuretika sind Substanzen, die auf die Nieren einwirken und zu einer vermehrten Harnausscheidung führen. Durch die Anwendung von Diuretika können Urinproben "verwässert" werden, sodass ein Nachweis von Dopingsubstanzen nicht mehr möglich sein kann. Sie werden daher auch als „Maskierungsmittel“ bezeichnet.

Bei einigen Sportarten können Diuretika noch eine andere Funktion erfüllen: Durch die vermehrte Wasserausscheidung kann innerhalb kurzer Zeit eine beachtliche Reduzierung des Körpergewichts erreicht werden. Bei Sportarten mit Gewichteinteilungen, wie beispielsweise Boxen oder Ringen kann so die Einstufung in eine niedrigere Gewichtsklasse erfolgen. Nehmen die Sportler dann kurz vor dem Wettkampf wieder zu, haben sie innerhalb der ihnen zugeteilten Gewichtsklasse natürlich einen klaren Vorteil.

Stimulanzien

Stimulanzien sind Aufputschmittel, die sowohl die körperliche Leistungsfähigkeit, als auch das psychische Wohlbefinden kurzfristig verbessern. Zu dieser Substanzklasse gehören z.B. Drogen wie Amfetamin, Kokain und Ecstasy. Die Wirkung der Stimulanzien ist vergleichbar mit der Wirkung körpereigener Hormone wie Adrenalin. Sie helfen, Müdigkeit zu überwinden, erhöhen die Aktivität der Nervenzellen, steigern die Aufmerksamkeit und das Selbstbewusstsein. Stimulanzien führen dem Körper jedoch keine Energie zu, sondern ermöglichen es, die Energiereserven des Organismus bis zur Erschöpfung auszubeuten. Stimulanzien sind im Wettkampf verboten.

Achtung: Stimulanzien lassen sich auch in einigen Erkältungsmedikamenten finden!

Narkotika

Zu den Narkotika gehören stark wirksame Schmerzmittel. Die Anwendung solcher Mittel ist mit einer hohen Suchtgefahr verbunden. Zur Gruppe der Narkotika gehören die sogenannten opioidartigen Schmerzmittel vom Morphintyp. Narkotika werden wegen ihrer schmerzstillenden Wirkung als Doping bei schmerzverursachenden Sportarten wie etwa im Kampfsport verwendet. Sie werden aber auch mit Stimulanzien kombiniert und können deren Wirkung verstärken. 

Cannabinoide

Cannabinoide sind Substanzen wie Haschisch oder Marihuana, die den Wirkstoff THC (Tetrahydrocannabinol) enthalten – auch die synthetisch hergestellten Cannabinomimetika gehören dazu, z.B. „Spice“. Sie werden aus dem indischen Hanf gewonnen oder künstlich hergestellt. Allgemein wird die Wirkung als entspannend und stimmungsaufhellend beschrieben. Der Gebrauch von Cannabis führt nicht zu einer Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit. Aufgrund seiner beruhigenden Wirkung erleben Konsumenten jedoch häufig eine innere Distanzierung von der aktuellen Situation. Dieser Effekt kann zu einer höheren Risikobereitschaft und damit auch zu besseren Wettkampfergebnissen führen. Er kann aber auch bewirken, dass die Athletin oder der Athlet sich und andere gefährdet. Vor allem im Motor- und Skisport und anderen, ähnlich gefährlichen Sportarten ergibt sich daraus ein höheres Unfallrisiko. 

Glucocorticoide

Der Oberbegriff Glukokortikoide steht für eine große Gruppe von Substanzen, die vom körpereigenen Kortisol, auch Kortison genannt, abgeleitet und diesem ähnlich sind. Sie sind in vielen Medikamenten enthalten und werden im Leistungssport oft missbräuchlich verwendet. Die Wirkung der Glukokortikoide ist im Sport interessant, da sie schmerzstillend und entzündungshemmend wirken. Glukokortikoide sind vielfältig verwendbar, beispielsweise zur Behandlung von Allergien, Asthma und Entzündungen. Sie schwächen bzw. unterdrücken außerdem die Immunabwehr. Das kann bei der Behandlung sogenannter Autoimmunerkrankungen wie Rheuma sinnvoll sein.

Teilweise verboten

Beta-Blocker

Beta-Blocker sind Substanzen, die nur in bestimmten Sportarten verboten sind. Die Verbotsliste der WADA listet alle Sportverbände auf, die für ihre Sportart die Einnahme von Beta-Blockern während eines Wettkampfs verbieten. Beta-Blocker bewirken zwar keine Leistungssteigerung, haben aber eine beruhigende Wirkung, helfen gegen Wettkampfnervosität und bspw. zitternde Hände. Im Wettkampf verboten sind sie deshalb in Sportarten, bei denen eine hohe Konzentration, innere Ruhe und eine "ruhige Hand" erforderlich sind.

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Verbotene Methoden

Auch Methoden stehen auf der Verbotsliste der WADA. Die sportliche Leistungsfähigkeit lässt sich nämlich nicht nur durch Substanzen unerlaubt verbessern, sondern auch durch methodische Eingriffe. Solche Methoden sind zu jederzeit, in und außerhalb von Wettkämpfen, verboten.

Manipulation von Blut und Blutbestandteilen

Je besser die inneren Organe mit Sauerstoff versorgt werden, umso größer ist ihre Leistungsfähigkeit. Deshalb gibt es Dopingmethoden, die darauf abzielen, diesen Sauerstofftransport zu verbessern. Das lässt sich beispielsweise durch das sogenannte Eigenblutdoping erzielen. Als Manipulation von Blut und Blutbestandteilen gelten auch Bluttransfusion, Blutplasmaspende und die Dialyse.

Manipulation von Dopingproben

Die chemische oder physische Manipulation von Proben bei Dopingkontrollen ist ebenso ein Verstoß gegen die Anti-Doping-Bestimmungen wie das Doping selbst. Die Proben, die bei Dopingkontrollen genommen werden, dürfen nicht manipuliert werden. So ist es z.B.  unzulässig, den Urin auszutauschen oder mit bestimmten Enzymen, so genannten Proteasen, zu verfälschen. Auch intravenöse Infusionen, wie sie häufig bei Kreislaufversagen, großen Flüssigkeitsverlusten des Körpers und Operationen verabreicht werden, sind verboten.

Gendoping

Gentechnische Manipulationen zu Dopingzwecken - das klingt nach Zukunftsmusik, ist aber gegenwärtig schon durchaus vorstellbar. Auf der Verbotsliste der WADA wird Gendoping schon heute aufgeführt: Die Gene sind Träger der menschlichen Erbmasse. Erblich bedingte Krankheiten beruhen auf "defekten" Genen. Seit der genetische "Code" des Menschen, die DNA, entschlüsselt ist, richtet sich die Hoffnung der Medizin darauf, erblich bedingte Krankheiten in Zukunft heilen zu können, indem krankhaft veränderte Gene durch gesunde Gene ersetzt werden. Es wird allgemein davon ausgegangen, dass gentherapeutische Verfahren, sobald sie verfügbar sind, auch im Sport zur Leistungssteigerung missbraucht werden. 

3 Sichere dich ab

NADAmed

In Deutschland gibt es eine Fülle an Medikamenten. Die Wenigsten wissen, dass auch alltägliche Medikamente schon eine Dopingrelevanz haben können.

In der Medikamenten-Datenbank NADAmed kannst du schnell und einfach prüfen, ob ein Medikament oder Wirkstoff im Training und/oder Wettkampf verboten oder erlaubt ist – und das 24 Stunden am Tag, von jedem Ort aus. Die NADAmed enthält eine große Auswahl häufig verschriebener oder angefragter Medikamente. Bei allen handelt es sich um in Deutschland als Arzneimittel zugelassene oder als homöopathisches Arzneimittel registrierte Präparate. Medikamente aus anderen Ländern sind nicht aufgeführt.

zur NADAmed

Statement

"Sport macht Spaß, wenn er sauber ist." - Mieke Kröger

Kontakt

Nationale Anti Doping Agentur
Deutschland

Ressort Prävention

Heussallee 38
53113 Bonn

Fon: 0228 81 292 - 0
Fax: 0228 81 292 - 219
praevention@nada.de

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