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NADA_Athletenbroschuere_2015

Verbotene Substanzen und Methoden Zehn verschiedene Substanzklassen (S0 bis S9) und drei Arten von verbotenen Methoden (M1 bis M3) stehen auf der Verbotsliste. Die musst du jetzt nicht alle auswendig lernen, einen Überblick verschaffen, was alles dazugehört, solltest du dir aber schon. Im Zweifelsfall solltest du dich immer aktuell bei der NADA in-formieren: Die Verbotsliste wird regelmäßig aktualisiert – denn leider werden immer wieder neue Substanzen und Methoden für das Doping entdeckt und genutzt. S0 Nicht zugelassene Substanzen Dies sind Arzneimittel, die zurzeit nicht durch eine staatliche Ge-sundheitsbehörde für die therapeutische Anwendung beim Men-schen zugelassen sind (z. B. Tiermedikamente) . Sie sind jederzeit, in und außerhalb von Wettkämpfen, verboten. S1 Anabole Substanzen Beispiele für verbotene Substanzen: Testosteron, Clenbuterol, Nandrolon, Metandienon, Stanozolol, Dehydroepiandrosteron. Die „klassischen“ Anabolika sind sogenannte Steroidhormone (kurz: Steroide), die dem männlichen Sexualhormon Testosteron ähneln. Sie fördern die Eiweißherstellung in den Muskelzellen und bewirken damit den Aufbau von mehr Muskelmasse. Testosteron hat neben dieser anabolen auch noch eine androgene Wirkung. Damit ist die Ausreifung der typisch männlichen Geschlechtsmerk-male wie eine stärkere Körperbehaarung oder eine tiefe Stimme gemeint. Da diese unterschiedlichen Wirkungsweisen immer zu-sammenhängen, spricht man auch von anabol-androgenen Stero-idhormonen (AAS). Die gebräuchlichsten synthetischen Steroidhor-mone sind Nandrolon, Metandienon und Stanozolol. Alle Anabolika sind jederzeit, in und außerhalb von Wettkämpfen, verboten. Nebenwirkungen Neben Akne und vermehrten Wassereinlagerungen (Ödemen) im Gewebe bewirken Anabolika eine Schädigung der Leber und erhöhen das Risiko für Arterienverkalkung, Herz-Kreislauf-Er-krankungen und Herzinfarkt. Bei Frauen können Störungen des Menstruationszyklus, eine Vergrößerung der Klitoris, verstärkte Körperbehaarung und Veränderungen der Stimme auftreten, bei Männern weibliche Brustbildung und eine Schrumpfung der Ho-den. Anabolika begünstigen auch die Entstehung von Tumoren der Leber, Gebärmutter, der Hoden und der Prostata. Weitere mögliche Nebenwirkungen sind Gefühlsschwankungen, Aggressivität sowie Störungen der Gedächtnisleistung und Konzentrationsfähigkeit. S2 Peptidhormone, Wachstumsfaktoren, verwandte Substanzen und Mimetika Beispiele für verbotene Substanzen: EPO, CERA, HGH, HCG und LH (nur Männer), Corticotropine, Xenon und Argon. Eines der bekanntesten Mittel aus dieser Gruppe ist Erythropoetin (EPO). EPO ist ein Hormon, das in der Niere gebildet wird und die Aufgabe hat, die Produktion der roten Blutkörperchen (Erythrozy-ten) zu regulieren. Über die Blutbahn wird das Hormon von der Niere bis zum Knochenmark transportiert, wo es die Bildung neu-er Erythrozyten anregt. Je mehr rote Blutkörperchen vorhanden sind, desto mehr Sauerstoff kann z. B. in die Muskeln transportiert werden. Das führt zu einer höheren Leistungsfähigkeit im Ausdau-erbereich. Deshalb ist EPO jederzeit, in und außerhalb von Wett-kämpfen, verboten. Somatotropin (Human Growth Hormone, HGH) ist ein Wachstumshormon. Es wirkt auf Knochen, Fettgewebe und Muskulatur und regt das Größen- und Längenwachstum an. Im Leistungssport ist HGH wegen seiner anabolen Wirkung verboten. Nebenwirkungen EPO bewirkt durch die künstliche Erhöhung der Anzahl von ro-ten Blutkörperchen eine „Verdickung“ des Blutes. Das führt nicht nur zur Blutdrucksteigerung, sondern auch zur Entstehung von Thrombosen bis hin zum tödlichen Gefäßverschluss. Bei der An-wendung des Wachstumshormons HGH kann es zu krankhaftem Wachstum an nicht knöchernen Körperstrukturen, vor allem an Organen, kommen. Treten derartige Veränderungen am Herzen auf, kann dies zum Herztod führen. Eine längere Anwendung von HGH kann außerdem den Blutzuckerspiegel erhöhen. Das Huma-ne Choriongonadotropin (HCG) wird bei Frauen in der Schwan-gerschaft gebildet und steuert die Ausschüttung des Schwanger-schaftshormons Progesteron. Bei Männern bewirkt HCG dagegen eine vermehrte Ausschüttung von Testosteron. Damit hat es eine leistungssteigernde Wirkung und ist deshalb als Dopingsubstanz für Männer zu jeder Zeit verboten. 22


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