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NADA_Athletenbroschuere_2015

Was ist wann verboten? S0–S5: zu jeder Zeit verboten S6–S9: im Wettkampf verboten M1–M3: zu jeder Zeit verboten Alkohol und Betablocker: nur bei bestimmten Sportarten verboten S3 Beta-2-Agonisten Beispiele für verbotene Substanzen: Fenoterol, Reproterol, Terbutalin. Beta-2-Agonisten sind in Arzneimitteln zur Behandlung von Asth-ma enthalten. Sie verbessern die Atmung und können bei hoher Dosierung als unerwünschte Nebenwirkung auch die Herzfre-quenz und den Blutdruck erhöhen. Die meisten Beta-2-Agonisten (Formoterol, Salbutamol, Salmeterol) sind mit einem Grenzwert erlaubt, wenn sie inhaliert werden. Es gibt aber auch Beta-2-Ago-nisten, die zusätzlich eine anabole Wirkung haben und dadurch in und außerhalb von Wettkämpfen verboten sind. Nebenwirkungen Nebenwirkungen von Beta-2-Agonisten zeigen sich vor allem am Herzen, z. B. Erhöhung der Herzfrequenz, Schwächung des Herz-muskels, Herzrhythmusstörungen oder Angina Pectoris. Auch un-kontrollierbare Muskelzuckungen und erhöhte Glukosewerte im Blut (Überzuckerung) können auftreten. S4 Hormone und Stoffwechsel-Modulatoren Beispiele für verbotene Substanzen: Insulin, Aromatase-Hemmer (z. B. Anastrozol, Letrozol, Formestan), selektive Estrogen-Rezeptor-Modulatoren (z. B. Tamoxifen, Tore-mifen) und andere Antiöstrogene wie Clomifen, Cyclofenil und Ful-vestrant; zudem Substanzen, die die Myostatinfunktion verändern. Insulin ist jederzeit, in und außerhalb von Wettkämpfen, verboten. Es verstärkt die Wirkung von Anabolika, indem es verhindert, dass die gewonnene Muskelmasse wieder abgebaut wird. Diabetiker (Zuckerkranke), die Insulin brauchen, müssen hierfür eine Me-dizinische Ausnahmegenehmigung (TUE) beantragen. Hormon- Antagonisten und -Modulatoren werden von männlichen Athleten benutzt, um unerwünschte Nebenwirkungen von Anabolika zu ver-meiden. Denn Anabolika wandeln sich bei Männern im Stoffwech-selprozess in Östrogene (weibliche Hormone) um. Der Missbrauch von Anabolika kann daher bei Männern eine unnatürliche Vergrö-ßerung der Brust (Gynäkomastie) bewirken. Antiöstrogene sollen diesem Effekt entgegenwirken. Es wird außerdem vermutet, dass Antiöstrogene den Testosteronspiegel im Blut erhöhen. Antiöstro-gene sind ebenfalls zu jeder Zeit verboten. Nebenwirkungen Die Anwendung von Insulin kann bei gesunden Menschen eine le-bensgefährliche Unterzuckerung mit tödlicher Folge bewirken. Zu den häufigsten Nebenwirkungen von Antiöstrogenen gehören Sehstörungen, Übelkeit und Erbrechen. Bei Frauen kann es zu Störungen des Menstruationszyklus kommen, außerdem zu Ver-änderungen an der Gebärmutter und den Eierstöcken. Auch Zysten können auftreten. Zudem besteht die Gefahr eines Verschlusses von Blutgefäßen durch Blutgerinnsel (Thrombose). 23


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