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NADA_Athletenbroschuere_2015

Informiert sein ist Pflicht! Es ist deine Aufgabe, dich regelmäßig über die aktuelle Ver-botsliste zu informieren, damit du weißt, was sich geändert hat! Bei Fragen kannst du dich an das Ressort Medizin der NADA wenden: medizin@nada.de. S7 Narkotika Beispiele für verbotene Substanzen: Morphin, Fentanyl, Pethidin (z. B. Dolantin®). Zu den Narkotika gehören Betäubungsmittel wie Heroin, Morphin und Methadon. Sie werden wegen ihrer schmerzstillenden Wirkung als Doping bei schmerzverursachenden Sportarten verwendet, etwa im Kampfsport. In Kombination mit Stimulanzien können sie deren Wirkung verstärken. Narkotika sind im Wettkampf verboten. Nebenwirkungen Alle Narkotika verursachen Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Benommenheit. Vor allem bei Überdosierung kommen lebens-bedrohliche Nebenwirkungen hinzu: Atemlähmungen können eine Unterversorgung der Gefäße mit Sauerstoff und einen (oft tödli-chen) Kreislaufschock nach sich ziehen. Bei regelmäßigem Kon-sum von Morphinen kommt es auch zu Depressionen, einem Ver-lust von Selbstvertrauen, zu Wahnvorstellungen und Psychosen. S8 Cannabinoide Beispiele für verbotene Substanzen: Haschisch, Marihuana, synthetische Cannabinoide, z. B. Sativex®. Cannabinoide sind Substanzen wie Haschisch oder Marihuana, die den Wirkstoff THC (Tetrahydrocannabinol) enthalten. Sie werden aus dem indischen Hanf gewonnen oder künstlich hergestellt und sollen entspannend und stimmungsaufhellend wirken. Cannabis ist in Wettkämpfen verboten, weil die möglichen psychischen Ne-benwirkungen gefährliche Folgen nicht nur für die Konsumenten selbst, sondern auch für andere haben können. Da das THC noch Wochen nach der Anwendung nachweisbar ist, empfiehlt sich für Athleten ein genereller Verzicht. Nebenwirkungen Hohe Dosen von Cannabis können zu Unruhe und Angst oder zu Panikreaktionen und Verwirrtheit führen. Bei Menschen, die da-für eine Veranlagung haben, kann Cannabis auch Psychosen oder Depressionen auslösen. Außerdem besteht die Gefahr einer psy-chischen Abhängigkeit. Das Rauchen von Haschisch oder Marihu-ana schädigt darüber hinaus die Atemwege genauso sehr wie das Rauchen von Tabak. S9 Glukokortikoide Beispiele für verbotene Substanzen: alle, z. B. Dexamethason, Prednisolon, Triamcinolon. Zu den Glukokortikoiden gehören die Hormone Cortison bzw. Corti-sol, die als Medikamente gegen Asthma, Allergien und Entzündun-gen verwendet werden. Glukokortikoide haben eine leicht euphori-sierende Wirkung und können Müdigkeit und Schmerzempfinden unterdrücken. Sie sind im Wettkampf verboten, wenn sie oral, rek-tal, intravenös oder intramuskulär verabreicht werden. Alle ande-ren Anwendungen sind jederzeit erlaubt. Nebenwirkungen Die Einnahme von Glukokortikoiden über längere Zeit unterdrückt das Immunsystem und erhöht die Anfälligkeit für Infektionser-krankungen. Glukokortikoide bewirken außerdem eine „Umvertei-lung“ des Fetts im Körper, wobei die Arme und Beine dünner wer-den, während sich am Körperstamm, im Nacken und im Gesicht Fett ansammelt. Alkohol und Betablocker Neben den genannten Substanzklassen gibt es noch Substanzen, die nur bei bestimmten Sportarten verboten sind. Das sind neben Alkohol auch Betablocker, die in Medikamenten gegen Bluthoch-druck, Migräne und Herzkrankheiten enthalten sind. Alkohol und Betablocker bewirken zwar keine Leistungssteigerung; beide ha-ben aber eine beruhigende Wirkung, helfen gegen Wettkampfner-vosität und zitternde Hände. Verboten sind sie deshalb bei Wett-kämpfen in bestimmten Sportarten, vor allem in solchen, bei denen eine hohe Konzentration, innere Ruhe und eine „ruhige Hand“ er-forderlich sind. Betablocker sind im Schießsport auch außerhalb von Wettkämpfen verboten. Da auch pflanzliche Arzneimittel wie Husten- und Erkältungssaft Alkohol enthalten können, gilt ein Grenzwert von 0,10 Promille im Blut. Nebenwirkungen Der Konsum größerer Mengen von Alkohol führt zu Wahrneh-mungs- und Aufmerksamkeitsstörungen, zur Beeinträchtigung von Urteilskraft, Koordinationsfähigkeit und Sprache, zu Müdig-keit, Benommenheit und Übelkeit. Bei sehr hohen Dosen kann sogar ein Koma eintreten. Die Folgen eines länger andauernden Alkoholmissbrauchs sind psychische und physische Abhängigkeit, Schädigung der inneren Organe, des Gehirns und des peri-pheren Nervensystems sowie Veränderungen der Persönlichkeit. Häufige Nebenwirkungen von Betablockern sind Blutdruckabfall, Herzrhythmusstörungen, Gewichtszunahme, Müdigkeit, Schwin-del und Depressionen. 25


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