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NADA_Athletenbroschuere_2015

Verbotene Substanzen und Methoden Beipackzettel lesen! Der Gebrauch von Arzneimitteln, die auf der Verbotsliste ste-hende Substanzen enthalten, ist im Leistungssport nicht er-laubt. Seit einigen Jahren sind die Hersteller in Deutschland dazu verpflichtet, auf den Beipackzetteln darauf hinzuweisen, ob das Medikament bei einer Dopingkontrolle zu einem posi-tiven Ergebnis führen könnte. Daher solltest du immer den Beipackzettel eines Medikaments genau lesen und aufbe-wahren, wenn du ein Medikament verschrieben bekommst. M1 Manipulation von Blut und Blutbestandteilen Als Manipulation von Blut und Blutbestandteilen verboten sind die Bluttransfusion, die Dialyse, also Blutwäsche, sowie die Verabrei-chung von Produkten aus roten Blutkörperchen jeglicher Herkunft in das Kreislaufsystem. Ebenfalls verboten ist es, die Aufnahme, den Transport oder die Abgabe von Sauerstoff im Blut durch Per-fluorchemikalien oder Hämoglobinprodukte künstlich zu erhöhen. Auch jede Form der Manipulation von Blut und Blutbestandteilen innerhalb der Blutgefäße mit physikalischen oder chemischen Mitteln ist verboten. Nebenwirkungen Bei einer Bluttransfusion können neben Übelkeit, allergischen Reaktionen, Schüttelfrost und Fieber auch schwere Unverträglich-keitsreaktionen in Form von Kreislauf- und Nierenversagen auf-treten. Da Blutkonserven meist von fremden Spendern stammen, besteht grundsätzlich das Risiko, dass Infektionskrankheiten wie Hepatitis oder HIV vom Spender auf den Empfänger übertragen werden können. M2 Chemische und physikalische Manipulation Die Proben, die bei Dopingkontrollen genommen werden, dür-fen nicht manipuliert werden. So ist es z. B. unzulässig, den Urin auszutauschen oder mit bestimmten Enzymen, sogenannten Pro-teasen, zu verfälschen. Intravenöse Infusionen, wie sie häufig bei Kreislaufversagen, großen Flüssigkeitsverlusten des Körpers und Operationen verabreicht werden, bestehen in vielen Fällen aus isotonischer Kochsalzlösung oder aus der „Ringer-Lösung“ ohne sonstige Wirkstoffe. Da sie das Blutvolumen erhöhen und die Urinausscheidung verstärken, lassen sich durch Infusionen ver-botene Substanzen im Blut oder Urin verdünnen, so dass Doping verschleiert wird. Deswegen sind intravenöse Infusionen und/oder Injektionen, auch von erlaubten Substanzen, von mehr als 50 ml innerhalb eines Zeitraumes von sechs Stunden verboten, falls sie nicht im Krankenhaus bei einem chirurgischen Eingriff oder bei ei-ner klinischen Untersuchung verabreicht werden. Nebenwirkungen Da Infusionen direkt in den Blutkreislauf gegeben werden, besteht grundsätzlich die Gefahr von Reaktionen an der Einstichstelle so-wie von Infektionen. Weitere Nebenwirkungen hängen von den ent-haltenen Substanzen bzw. Wirkstoffen ab. M3 Gendoping Zu Gendoping gehören die Übertragung von Erbinformationen und die Anwendung von normalen oder genetisch veränderten Zellen, um die sportliche Leistung zu steigern. Medikamente zur Genthe-rapie werden hauptsächlich für die Behandlung sehr seltener Er-krankungen entwickelt. Es gibt bisher nur wenig Erfahrung damit, da die Entwicklung vieler potenzieller Arzneimittel zur Genthera-pie aufgrund schwerwiegender Nebenwirkungen eingestellt wer-den musste. 26


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