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NADA_Athletenbroschuere_2015

Vorsicht, Dopingfalle! Unter Doping fällt nicht nur die bewuss-te, sondern auch die unbeabsichtigte An-wendung bzw. Aufnahme von verbotenen Substanzen. Diese können z. B. sogar in Medikamenten enthalten sein, die man im ersten Moment nicht mit Doping in Verbindung bringen würde. Auch in Nah-rungsergänzungsmitteln und selbst in ganz normalen Lebensmitteln können do-pingrelevante Substanzen enthalten sein, die dann zu einem positiven Dopingbe-fund führen. Auch solche Versehen gelten als Doping und werden sanktioniert! Des-halb ist es für dich als Leistungssportler wichtig, dich zu informieren und diese Dopingfallen zu vermeiden. Hustensaft & Co. Es gibt einige Medikamente, die bei leichten Erkrankungen wie Erkältungen, Übelkeit oder Allergien eingenommen und für harm-los gehalten werden. Trotzdem können auch diese Medikamente verbotene Substanzen enthalten. Darunter fallen auch einige ho-möopathische Arzneimittel. Teilweise haben Medikamente ähnli-che Namen, aber ganz unterschiedliche Inhaltsstoffe. Du solltest daher auch bei frei verkäuflichen Medikamenten immer prüfen, ob nicht vielleicht eine verbotene Substanz enthalten ist. Hilfreich ist hierbei die Medikamenten-Datenbank NADAmed. Wenn du auf-grund der Einnahme eines Medikamentes oder von Nahrungser-gänzungsmitteln mit einer verbotenen Substanz positiv getestet wirst, liegt das in deiner eigenen Verantwortung – auch wenn deine Eltern oder dein Arzt dir dieses Präparat gegeben haben. Dopingfallen in Lebensmitteln? Manchmal sind es ganz normale Nahrungsmittel, in denen verbo-tene Substanzen versteckt sein können. Mohnsamen enthalten von Natur aus Morphin, ein Betäubungsmittel, das auf der Verbotsliste steht. Normalerweise sollte die Morphin-Konzentration im zum Verzehr geeigneten Mohn so gering sein, dass es nicht zu einem positiven Dopingtest führt. Je nach Art des Mohnsamens und der verzehrten Menge kann es aber in Ausnahmefällen zu erhöhten Morphin-Konzentrationen kommen. Dazu müsstest du aber schon ein ganzes Blech Mohnkuchen alleine verspeisen. Ein paar Körner Mohn auf deinem Brötchen kannst du unbedenklich genießen. Dopingfallen können auch asiatische Tees sein. Die Ma-Huang- Pflanze, die in asiatischen Tees verwendet wird, enthält das ver-botene Stimulans Ephedrin. Vorsichtig sein solltest du auch bei chinesischen Schlankheitstees, die verfälscht sein können mit den Substanzen Oxilofrin oder Methylhexanamin, die auf der Doping-liste stehen.In anderen Lebensmitteln sind bisher noch keine ver-botenen Substanzen gefunden worden. Problematisch ist auch Cannabis. Diese Pflanze enthält den im Wettkampf verbotenen Wirkstoff THC (Tetrahydrocannabinol). Sollte bei einer Kontrolle im Wettkampf eine THC-Konzentration im Urin gefunden werden, die einen bestimmten Wert überschrei-tet, ist das ein Verstoß gegen die Anti-Doping-Regel. Als Leis-tungssportler solltest du generell auf den Konsum von Cannabis verzichten. Zudem ist Cannabis in Deutschland illegal und auf Ba-sis des Betäubungsmittelgesetzes verboten. 34


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