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NADA_Athletenbroschuere_2015

1. Gesundheitliche Folgen Die meisten Dopingmittel sind Medikamente, die bei bestimmten Erkrankungen gezielt ärztlich verordnet werden. Wenn du als ge-sunder Mensch ein solches Mittel zum Zweck der Leistungsstei-gerung einnimmst, kann das gravierende gesundheitliche Auswir-kungen haben. Die Grafik auf der nächsten Seite veranschaulicht die gesundheitlichen Folgen für Körper und Psyche. 2. Soziale Folgen Sportlern, die des Dopings überführt wurden, haftet immer ein gewisser Zweifel an, auch wenn zukünftige Tests negativ verlau-fen. Oft bleibt ein negatives Image hängen, und deine Freunde und Mannschaftskollegen wollen mit dir nichts mehr zu tun haben. Do-pende Athleten belügen und betrügen aber nicht nur die anderen, sondern auch sich selbst. 3. Rechtliche Folgen Ausschluss, Aberkennung von Erfolgen und Sperren Bei Verstößen gegen Anti-Doping-Bestimmungen gibt es klar ge-regelte Sanktionen. Bei einem positiven Analyseergebnis kannst du je nach Substanz sofort von weiteren Wettkämpfen ausge-schlossen werden. Wenn du im Wettkampf erwischt wirst, können deine Erfolge auch rückwirkend aberkannt werden. Im Mannschaftssport kann das sogar das ganze Team betreffen. Es wird ein Verfahren gegen dich eingeleitet, das in einer Sperre enden kann. Beim ersten Verstoß beträgt die Sperre grundsätz-lich vier Jahre. Bei wiederholtem Verstoß gegen die Anti-Doping- Bestimmungen ist es sogar entsprechend mehr, bis hin zu einer lebenslänglichen Sperre! Du hast aber immer die Möglichkeit, Gründe vorzubringen, die zu einer Reduzierung der Sperre führen können. Gerade für sehr junge Athleten sind bis zu vier Jahre Sperre eine lange Zeit und bedeuten meist das Ende der Sportkarriere. Du kannst nicht mehr mit deinem Team trainieren und darfst die Trai-ningsstätte gegebenenfalls nicht mehr nutzen. Ohne ein konkretes Ziel und die Motivation durch den Wettkampf fehlt oft die Kraft für das harte Training. Dadurch verlierst du schnell den Anschluss an die Elite und die anderen Spitzensportler. Was alles als Verstoß gewertet wird Nicht nur ein positives Analyseergebnis kann zu einer Sperre füh-ren. Es gibt noch weitere Verstöße gegen die Anti-Doping-Bestim-mungen, z. B. Meldepflicht- und Kontrollversäumnisse oder die Verweigerung einer Kontrolle. Als Testpoolathlet kannst du bestimmten Meldepflichten unter-liegen, damit du jederzeit für eine Kontrolle angetroffen werden kannst. Hältst du dich nicht an deine Meldepflichten, kann dies auch Folgen haben: Trifft der Kontrolleur dich z. B. nicht an, weil deine Angaben zu deinem Aufenthaltsort falsch sind, kann dies zu einem sogenannten Meldepflicht- und Kontrollversäumnis führen. Bist du in einem Registered Testing Pool, musst du zudem eine Stunde angeben, während der du für Dopingkontrollen zur Verfü-gung stehst. Bist du dann nicht an dem angegebenen Ort, ist dies ein Kontrollversäumnis. Auch wenn du vergisst, deine vierteljährliche Aufenthaltsinforma-tion rechtzeitig abzugeben oder zu aktualisieren, kann ein Melde-pflicht- und Kontrollversäumnis gegen dich durch die NADA fest-gestellt werden. Bist du in einem Testpool eines internationalen Verbandes, kannst du auch dort Meldepflichten haben. Jede Kombination aus drei Meldepflicht- und Kontrollversäumnis-sen wird als Verstoß gegen Anti-Doping-Bestimmungen gewertet. Dabei zählen auch die Meldepflicht- und Kontrollversäumnisse, die durch den internationalen Verband festgestellt wurden. Auch wenn du dich ohne zwingenden Grund weigerst, eine Kont-rolle durchzuführen oder z. B. vor dem Kontrolleur wegläufst oder dich versteckst, kann dies zu einer Sperre führen, da du gegen die Anti-Doping-Bestimmungen verstoßen hast. Sobald der Kontrol-leur dich zur Kontrolle auffordert, musst du bis zum Abschluss der Kontrolle unter Aufsicht des Kontrolleurs oder eines Kontrollbe-gleiters bleiben. Beachte, dass Kontrollen durchgeführt werden können, solange du im Testpool der NADA bist – auch wenn du keinem Kader mehr angehörst. Was noch alles als Verstoß gegen die Anti-Doping-Bestimmungen gilt, findest du im Kapitel „Was ist Doping?“. Diese Regelungen sind von der WADA vorgegeben und werden im NADA-Code für Deutschland umgesetzt. Auch andere Länder müssen sich an die Vorgaben der WADA halten, das gilt auch für die Sanktionen. 4. Finanzielle Folgen Doping kann auch schwere finanzielle Folgen haben. Bei einem Verstoß gegen Anti-Doping-Regeln musst du finanzielle Förde-rungen und Preisgelder zurückbezahlen. In Sponsorenverträgen sind meist ebenfalls Regelungen zu positiven Testergebnissen ge-troffen. Somit versiegen nicht nur alle Einnahmequellen aus dem Bereich des Sports; im schlimmsten Fall bleiben Überführte auf einem Berg von Schulden sitzen. Beispiel für finanzielle Folgen Die Stiftung Deutsche Sporthilfe unterstützt junge Athleten und Top-Sportler mit finanziellen Mitteln. Bei einem Ver-stoß gegen die Anti-Doping-Regeln können diese zurück-gefordert werden – das kann teuer werden! C-Kader-Athlet, 2 Jahre Förderung: Monatliche Grundförderung (75 €/Monat): 1.800 € 3. Platz Junioren-Europameisterschaft: 1.200 € Zuschuss Nachhilfeunterricht: 300 € Summe: 3.300 € 39


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