Page 44

NADA_Athletenbroschuere_2015

Sauber bleiben Mit einem einfachen Mittel deine Leistung stei-gern und besser sein als deine Konkurrenten, das klingt auf den ersten Blick verlockend. Aber selbst bei sportlichen Krisen ist Doping keine Option. Was kannst du tun, wenn dir Dopingmittel angeboten werden? Wie reagierst du, wenn in deinem Umfeld gedopt wird? Das Wichtigste ist: selbstbewusst mit dem Thema Doping umgehen – und sauber bleiben! Krisen machen anfällig Vielleicht hast du gerade in der Schule ganz viel zu tun oder bist längerfristig verletzt, und mit deiner Sportkarriere läuft es gerade nicht so gut. Deine Teamkollegen oder Konkurrenten sind auf einmal alle besser als du – und das ärgert dich! Krisen können aber in jeder Sportkarriere auftreten – die Frage ist, wie du mit ihnen umgehst. Manche Athleten hoffen, durch Doping ihre Krise schneller wieder in den Griff zu bekommen. Oft steckt auch die Angst dahinter, dass alles, was man bisher in den Sport investiert oder dafür aufgege-ben hat, umsonst gewesen sein könnte. Die Gefahr ist groß, Kri-sen mit den falschen Methoden schnell und einfach überwinden zu wollen – besonders, wenn man niemanden hat, mit dem man reden kann. Zweifelhafte Ratgeber und Unterstützer Im Leistungssport kann es vorkommen, dass Trainer, Sportfunk-tionäre oder sportmedizinisches Fachpersonal dir als Athlet die Einnahme von Dopingmitteln nahelegen. Meist konfrontieren sie dich aber nicht „plötzlich“ und direkt mit Doping, sondern führen dich allmählich an das Thema heran. Von „Konditionsförderung“ und „unterstützenden Maßnahmen“ ist die Rede. Selbst wenn diese Personen Experten auf ihrem Gebiet sind, soll-test du ihren Rat immer hinterfragen und kritisch sein. Denn du als Athlet hast es selbst in der Hand, saubere Leistung zu erbringen! Kritisches Nachfragen ist angesagt Ärzte und Apotheker sollten über die meisten Medikamente und deren gesundheitliche Risiken Bescheid wissen. Seit Anfang 2007 muss auf dem Beipackzettel von dopingrelevanten Medikamenten ein entsprechender Warnhinweis stehen. Frage dennoch immer nach, welche Inhaltsstoffe ein Medikament enthält. Mit der Medi-kamenten- Datenbank NADAmed (www.nadamed.de) können dein Arzt und Apotheker und kannst auch du selbst online überprüfen, ob ein Medikament auf der Verbotsliste steht – über die App auch unterwegs. Denn du musst auch dann die Konsequenzen tragen, wenn du unwissentlich dopst, z. B. weil dein Hausarzt die aktuelle Liste der verbotenen Substanzen nicht kennt und dir ein Medika-ment verschreibt, das auf der Verbotsliste steht. Mit einem vertrauten Menschen sprechen In schwierigen Situationen ist es immer gut, wenn du jemanden hast, dem du dich anvertrauen kannst. Jemanden, der dir hilft, die Situation aus einer anderen Perspektive zu betrachten, und der deine Entscheidung für einen dopingfreien Sport auch in Krisen-zeiten respektiert und unterstützt. Stellung beziehen Wenn dir jemand nahelegt zu dopen oder dir sogar Dopingmittel anbietet, beziehe Stellung und sage unmissverständlich: „Ich dope nicht!“ Je entschiedener du deinen Standpunkt klarmachst, umso weniger wird man versuchen, dich zu überreden oder unter Druck zu setzen. Denn schließlich weiß jeder, dass Doping verboten ist. Alternativen suchen Du hast viel mehr Möglichkeiten, deine Leistung zu verbessern, als du vielleicht glaubst – auch ohne Doping. Passen deine Trainings-methoden zu den Zielen, die du dir gesetzt hast? Wie ist dein Le-bensstil außerhalb des Trainings? Eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Schlaf sind ebenso wichtig wie regelmäßiges Training. Auch gezielte Entspannungsübungen und mentales Trai-ning können Wunder wirken. Wenn es trotzdem nicht aufwärts- gehen will, kann es manchmal auch daran liegen, dass das per-sönliche Potenzial einfach ausgeschöpft ist. Dann solltest du deine Ziele überdenken. 44


NADA_Athletenbroschuere_2015
To see the actual publication please follow the link above