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NADA_Athletenbroschuere_2015

Wo stehst du? Bist du entschieden gegen Doping und überzeugt, dass du nicht dopen wirst? Oder bist du dir eher unsicher? Am besten setzt du dich mit dieser Frage frühzeitig auseinander, damit du im Ernstfall die richtige Antwort hast. Motivation oder übertriebener Ehrgeiz? Dein Sport ist deine liebste Freizeitaktivität. Er bietet dir die Ge-legenheit, dich zu bewegen, Freunde zu treffen, Spaß zu haben … Aber immer mehr geht es auch um Gewinnen oder Verlieren, um Sieg oder Niederlage. Und wenn du richtig gut bist, geht es auf einmal um richtig viel! Hat sich deine Einstellung geändert, seit du Leistungssport treibst? Ist dir die Leistung jetzt wichtiger als der Spaß am Sport? Strebst du nach Aufmerksamkeit und Anerkennung durch ein großes Pu-blikum? Willst du um jeden Preis zu den Besten gehören? Wahr-scheinlich spielen all diese Aspekte bei den meisten Athleten eine gewisse Rolle, und das ist auch völlig in Ordnung. Denn ohne Mo-tivation geht nichts im Sport. Aber wer übertriebenen Ehrgeiz an den Tag legt, fällt bei Misserfolgen schnell in ein tiefes Loch. Wenn dann niemand da ist, der dich auffängt, ist die Versuchung beson-ders groß, mit Hilfe von Doping doch noch ans Ziel zu gelangen. Menschen, die ihre eigene Leistung immer wieder übertreffen wollen, sind selten mit sich selbst zufrieden. Jeder Sieg ist dann nur eine weitere Station auf dem Weg zu noch mehr Erfolg. Wenn du auf die eigene Leistung auch dann stolz sein kannst, wenn du nicht auf dem Siegertreppchen stehst, bist du wahrscheinlich zu-friedener mit deinem Leben – und hast mehr Spaß am Sport. Sport und sonst nichts? Durch das harte Training im Leistungssport bleibt dir womöglich nicht viel Zeit und Energie für andere Dinge. Vielleicht besteht langsam auch dein gesamter Freundeskreis nur noch aus Leis-tungssportlern. Aber wenn es außer Sport nichts mehr gibt, was dir Spaß macht, bekommst du spätestens dann ein Problem, wenn die Sportkarriere zu Ende geht. Viele versuchen dann, dieses Ende immer weiter hinauszuzögern – notfalls mit Doping. Damit du nicht in diese Falle tappst, solltest du dir frühzeitig Gedanken dar-über machen, welchen Beruf du später einmal ausüben möchtest. Wenn du neben dem Sport noch anderen Interessen nachgehst und auch Freunde außerhalb des Sports triffst, kommst du leichter damit zurecht, wenn die Sportkarriere irgendwann ein Ende hat. Selbstbestimmt im Alltag wie im Sport Athleten bekommen von vielen Seiten Ratschläge, wie sie im Leis-tungssport Erfolge erreichen können. Auch wenn diese Ratschläge noch so gut gemeint sind, solltest du deine eigenen Grundsätze, Bedürfnisse und Ziele nicht aus den Augen verlieren. Im Alltag wie im Sport ist es wichtig zu unterscheiden, was die anderen von dir erwarten – und was du selbst willst. Was schlägt man dir vor, wie du deine Ziele erreichen kannst? Kannst du das mit deinen per-sönlichen Prinzipien vereinbaren? Wenn dir im Privatleben Ehr-lichkeit, Chancengleichheit und Fairness wichtig sind, dann gilt das sicher auch für den Sport. Und Doping ist dann keine Option! Respekt will verdient sein Erfolgreiche Sportler verdienen Respekt – aber nur, wenn sie nicht betrogen haben. Doping ist Betrug! Denn auch die anderen haben hart trainiert, bekommen aber nicht den Lohn und den Respekt, den auch sie verdient hätten. Die Grundidee des Sports wird durch Doping zerstört. Im fairen sportlichen Wettstreit geht es darum, wer von den Teilnehmenden die beste Leistung erbringt – bei glei-chen Chancen und ohne verbotene Mittel! Betrug – ein zweifelhaftes Vergnügen Stell dir vor, du hast in einem Wettkampf ein traumhaftes Ergebnis erzielt, aber nur dadurch, dass du gedopt hast. Alle sind stolz auf dich und gratulieren dir – deine Familie, dein ganzer Freundes-kreis. Deine Trainingspartner bewundern dich für deine Leistung, selbst deine Wettkampfgegner zollen dir Respekt, und vielleicht feiert sogar die Presse deinen Sieg. Aber du weißt genau, dass du diesen Erfolg gar nicht verdient hast. Du weißt, dass du alle belügen musst, damit nicht herauskommt, dass du gedopt hast. Und du ahnst, dass nach diesem Sieg wahrscheinlich viel höhere Erwartungen in dich gesetzt werden, die du ohne Doping gar nicht erfüllen kannst. Ein Teufelskreis, in den du besser gar nicht erst einsteigen solltest! Erreiche, was in dir steckt – auf faire Weise! Die Anti-Doping-Regeln sind Teil der Spielregeln und sollen Chan-cengleichheit sicherstellen. Wer sich nicht daran hält und erwischt wird, muss die Konsequenzen tragen. Aber der strengste Richter sitzt meist in deinem eigenen Kopf. Er bestraft dich, auch wenn es sonst niemand gemerkt hat. Er belohnt dich aber auch dann, wenn du zwar nicht auf dem ersten Platz stehst, aber dein Bestes gege-ben hast. Auf fairem Wege das erreichen, was in dir drin steckt: Das ist es doch, worum es beim Leistungssport eigentlich geht! 49


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