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NADA TRAINER 2017

Rechtliche Grundlagen und Institutionen in der Anti-Doping-Arbeit Der NADA-Code Der WADA-Code (WADC) und in Deutschland der NADA-Code (NADC) sind die grundlegenden Regelwerke für die Anti-Doping-Arbeit. Seit dem 1. Januar 2015 gilt der überarbeitete WADC 2015. Zeitgleich ist der NADC 2015 in Deutschland in Kraft getreten. Hier finden Sie einen schnellen Überblick über die wichtigsten Neuerungen gegenüber dem alten Regelwerk. 1 Ein Verstoß gegen Art. 2.4 NADC liegt zukünftig dann vor, wenn ein Athlet oder eine Athletin innerhalb von zwölf Monaten drei Mel-depflicht- und/oder Kontrollversäumnisse begangen hat. Bislang waren es drei Versäumnisse in 18 Monaten. 2 Es werden zwei neue Dopingtatbestände eingeführt. Art. 2.9 NADC regelt die Beihilfe und Art. 2.10 NADC den verbotenen Um-gang der Athleten mit Athletenbetreuern, die (selbst) einen Ver-stoß gegen Anti-Doping-Bestimmungen begangen haben. Athleten und andere Personen dürfen nicht mit Trainern, Ärzten oder an-deren Athletenbetreuern zusammenarbeiten, die aufgrund eines Verstoßes gegen Anti-Doping-Bestimmungen gesperrt sind oder die in einem Straf- oder Disziplinarverfahren im Zusammenhang mit Doping verurteilt wurden. 3 Gemäß Art. 3.2.1 NADC gelten Analyseverfahren oder Entschei-dungsgrenzen, die nach wissenschaftlichen Grundlagen von der WADA festgelegt wurden und die Gegenstand einer Prüfung durch unabhängige Gutachter waren (Peer-Review), als wissenschaftlich valide. Ein Athlet, der die Vermutung der wissenschaftlichen Gül-tigkeit widerlegen möchte, muss als Voraussetzung für eine sol-che Anfechtung zunächst die WADA über die Anfechtung und ihre Gründe in Kenntnis setzen. 4 Die WADA regelt in Art. 4 des WADC die Zuständigkeiten für die Erteilung und Anerkennung von Medizinischen Ausnahmege-nehmigungen (TUEs) neu. Zuständigkeiten und Anerkennungs-grundregeln zwischen NADA und internationalem Verband wer-den klarer statuiert. Dies spiegelt sich im NADC wider. 5 Der Abschnitt Doping-Kontroll-System wird durch den Ober-begriff „Ermittlungen“ (Art. 5 NADC) erweitert. Der Bereich der Ermittlungen (auch „Intelligence & Investigation“) wird neben den Dopingkontrollen und der Prävention ein zentraler Bestandteil des NADA-Codes. Die WADA legt erstmals weltweit Rahmenbedingun-gen für die Ermittlungen fest. Diese gelten auch für die NADA. 6 Die NADA ist zuständig für die Organisation und Durchführung von Trainingskontrollen und Dopingkontrollen innerhalb des Wettkampfs bei allen Athleten, die dem Anwendungsbereich des NADC unterliegen und ihre aktive Karriere nicht beendet haben (Art. 5.2.1 NADC). 7 Die Ausweitung der „intelligenten Kontrollen“ auf die Kontroll-planung sowie auf die Analytik wird festgelegt (Art. 6.4 NADC). Art und Umfang der Analysen sind effektiv und effizient einzuset-zen. Hierzu sind bei der Kontrollplanung (Testverteilungsplan) u. a. das Doping-Risiko innerhalb der Sportart/Disziplin sowie Erkenntnisse aus dem Biologischen Athletenpass (Blutparame-ter, Steroidprofil) angemessen zu berücksichtigen. Ein neues technisches Dokument regelt die Mindestzahl an Zusatzunter-suchungen 10 Freund. Helfer. Trainer. aus Blut und Urin verbindlich. Dies gilt für Kontrol-len sowohl innerhalb als auch außerhalb von Wettkämpfen. Die WADA behält sich – auch zur Beurteilung der Code Compliance Deutschlands – eine Prüfung der Umsetzung dieser Anforderun-gen bei jeder Anti-Doping-Organisation vor. 8 Die Überprüfungen auffälliger und abweichender Werte im Bio-logischen Athletenpass sind nun Gegenstand eines separaten Arti-kels im Ergebnismanagement (Art. 7.4 NADC). 9 Es wird die Möglichkeit des „abgekürzten Verfahrens“ (Art. 7.11 NADC) für Athletinnen und Athleten eingeführt, die eine Sankti-onierung wegen eines Dopingverstoßes unmittelbar anerkennen, oder wenn eine anderweitige außergerichtliche Einigung erfolgt. Die Abkürzung des Verfahrens setzt grundsätzlich die Zustim-mung der WADA voraus.


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