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NADA TRAINER 2017

Rechtliche Grundlagen und Institutionen in der Anti-Doping-Arbeit 10 Die Regelsperre für Erstverstöße wird gemäß Art. 10 NADC wie folgt geändert: Freund. Helfer. Trainer. 11 10.2.1 Vier Jahre Sperre: 10.2.1.1 Wenn der Verstoß gegen Anti-Doping-Bestim-mungen keine spezifische Substanz betrifft, es sei denn, der Athlet oder eine andere Person weist nach, dass der Verstoß nicht absichtlich begangen wurde. 10.2.1.2 Wenn der Verstoß gegen Anti-Doping-Bestim-mungen eine spezifische Substanz betrifft und die Anti- Doping-Organisation nachweist, dass der Verstoß absicht-lich begangen wurde. 10.2.3 Absicht im Sinne von Art. 10 bedeutet, dass der Athlet oder eine andere Person wusste, dass er/sie einen Verstoß gegen Anti-Doping-Bestimmungen begehen wür-de, und dies auch wollte. 11 Die Voraussetzungen der „Kronzeugenregelung“ (Art. 10.6 NADC) sind weiter modifiziert worden. In Abstimmung mit der WADA be-steht für die NADA die Möglichkeit, bei rechtzeitigen und umfassen-den Geständnissen eine Reduzierung der Sperre festzulegen. 12 Die automatische Veröffentlichung von Sanktionsentscheidun-gen ist nun Teil der Sanktion (Art. 10.13 NADC). 13 Die Datenschutzbestimmungen im WADA-Code sind durch den ausdrücklichen Verweis auf den ISPPPI in Art. 14.6 WADC sowie die Regelung in Art. 22.2 WADC gestärkt worden. Diese Verweise finden sich auch im NADC. 14 Die Verjährungsfrist von Verstößen gegen Anti-Doping-Be-stimmungen beträgt gemäß Art. 17 nun zehn statt acht Jahre. 15 Die Definition von Anti-Doping-Organisation wird nach der Vorgabe der Athleten restriktiv ausgelegt und umfasst zukünftig im NADA-Code nur noch die Veranstalter großer Sportwettkämpfe (IOC, IPC), die internationalen Sportfachverbände und die NADOs. Die nationalen Sportfachverbände sind keine Anti-Doping-Organi-sationen. Sie werden im NADA-Code aber unter dem Begriff „Or-ganisation“ erfasst. Das Anti-Doping-Gesetz (Grundlagen) Die Neuerungen des NADC 2015 haben das Regelwerk einerseits schärfer, andererseits schlanker und gerechter werden lassen. Am 10. Dezember 2015 ist in Deutschland zudem das Anti-Doping- Gesetz in Kraft getreten. Ziele des Gesetzes sind: • Bekämpfung des Einsatzes von Dopingmitteln und Dopingmethoden im Sport • Gesundheitsschutz der Sportler • Sicherung von Fairness und Chancengleichheit bei Sportwettbewerben • Erhaltung der Integrität des Sports Das Anti-Doping-Gesetz führt neue Straftatbestände ein und stärkt die Zusammenarbeit von Sport und Staat bei der Verfolgung von Dopingverstößen. Durch das neue Gesetz ist auch das Selbstdo-ping strafbar. Damit werden erstmals gezielt dopende Leistungs-sportler erfasst, die sich durch Doping Vorteile im organisierten Sport verschaffen wollen. Dies gilt sowohl für Testpoolathleten (mehr dazu ab Seite 16) als auch für Sportler, die durch ihren Sport erhebliche Einnahmen erzielen. Mehr Details zu den Inhalten des Anti-Doping-Gesetzes finden Sie direkt auf Seite 22.


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