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NADA TRAINER 2017

Rechtliche Grundlagen und Institutionen in der Anti-Doping-Arbeit Das Gesetz dient der Bekämpfung des Einsatzes von Dopingmit-teln 22 und Dopingmethoden im Sport, dem Gesundheitsschutz der Sportler, der Sicherung von Fairness und Chancengleichheit bei Sportwettbewerben sowie der Erhaltung der Integrität des Sports. Es führt neue Straftatbestände ein und stärkt die Zusammenar-beit von Sport und Staat bei der Verfolgung von Dopingverstößen. Das Anti-Doping-Gesetz verbessert die Möglichkeiten von Ermitt-lungs- und Strafverfolgungsbehörden und sorgt für eine Intensi-vierung der Anti-Doping-Arbeit. Bislang wurden Dopingvergehen aus strafrechtlicher Sicht über das Arzneimittelgesetz sanktio-niert. Die dopingrelevanten Vorschriften des Arzneimittelgesetzes sind nun im Anti-Doping-Gesetz integriert. Das neue Gesetz stellt Selbstdoping unter Strafe. Neben Sperrzei-ten auf Grundlage des NADA-Codes sind für dopende Sportler nun auch strafrechtliche Konsequenzen möglich. So steht neben der Anwendung und dem Erwerb auch der Besitz von Dopingmitteln unter Strafe, wenn der Sportler damit beabsichtigt, sich in einem sportlichen Wettkampf ohne medizinische Indikation einen Vorteil zu verschaffen. Verstöße können mit Bußgeldern oder auch mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren belegt werden. Der Tatbestand des Selbstdopings betrifft jedoch nur Testpoolathleten sowie Sportler, die durch den Sport erhebliche Einnahmen ver-zeichnen. Erheblich sind Einnahmen, die deutlich über die bloße Kostenerstattung hinausgehen. Das Anti-Doping-Gesetz bezieht sich jedoch nicht ausschließlich auf die aktiven Sportler, sondern auch auf deren Umfeld. Den Strafverfolgungsbehörden soll die Möglichkeit gegeben werden, Doping-Netzwerke aufzudecken und zu zerschlagen. Dabei ist der nun gesetzlich geregelte Austausch zwischen der NADA, den Gerichten und den Staatsanwaltschaften hilfreich. Somit können sich Betreuer, Ärzte und Funktionäre, aber auch Sie als Trainer nach dem Gesetz strafbar machen. Die Einführung und Verschär-fung der Straftatbestände hat zur Folge, dass bei einem begrün-deten Anfangsverdacht auf einen Dopingverstoß die staatlichen Ermittlungsbehörden intensiver als bisher ermitteln können. Das schließt unter bestimmten Umständen auch Hausdurchsuchungen bei den betroffenen Sportlern sowie bei deren Umfeld mit ein – also potenziell auch bei Ihnen als Trainer. Der NADA-Code und das Anti-Doping-Gesetz existieren unabhän-gig voneinander. Zwar bildet das Gesetz die Grundlage für den Informationsaustausch zwischen der NADA und den Strafverfol-gungsbehörden, Verstöße werden jedoch nur auf der Basis des jeweiligen Regelwerkes geahndet. Potenzielle Verstöße gegen den NADA-Code werden vor einem Sportschiedsgericht verhan-delt, solche gegen das Anti-Doping-Gesetz vor einem staatlichen Gericht. Unterschiedliche Bewertungen der potenziellen Verstöße sind also möglich. Es kann durchaus passieren, dass im sport-rechtlichen Verfahren ein Verstoß gegen den NADC 2015 festge-stellt wird, im staatlichen Gerichtsverfahren jedoch ein Freispruch erfolgt. In staatlichen Verfahren liegt zudem die Beweislast immer auf Seiten der Ermittlungsbehörden. Eine Beweislastumkehr nach NADC 2015 (wie im Fall eines positiven Analyseergebnisses) ist nicht möglich. Grundsätzlich gilt, dass das Anti-Doping-Gesetz für die Athleten sowie ihr Umfeld keine neuen Verbote bringt. Die darin aufgeführten Tatbestände sind bereits im NADA-Code 2015 erfasst. Saubere Athleten haben genauso wenig zu befürchten wie ihr Umfeld. Die neue Möglichkeit der strafrechtlichen Sanktionie-rung verschärft die negativen Konsequenzen für Dopende und/ oder ihre Unterstützer. Hintergrund zur Neueinführung des Anti-Doping-Gesetzes Zusammenspiel von sportrechtlichen und staatlichen Vorschriften Vertrauter. Unterstützer. Motivator.


NADA TRAINER 2017
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