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NADA TRAINER 2017

Einblick in die Meinung von Spitzentrainern Die Anti-Doping-Arbeit im Rahmen der eigenen Tätigkeit zu be-rücksichtigen 6 ist nur eine von vielen zusätzlichen Anforderungen, die oft an Trainer gestellt werden. Praxisrelevantes Wissen für den Alltag von Trainern und auch Sportlern gerät im Umgang mit den Regularien leicht in den Hintergrund. Um Ihnen möglichst viele praxisrelevante Einblicke geben zu können, möchten wir zwei Trai-ner aus dem Leistungssport mit ihren Einschätzungen und Tipps zu Wort kommen lassen. In welcher Sportart sind Sie aktiv und welche Athleten trainieren Sie? Ich komme aus dem Basketball und habe die letzten Jahre als Trainer in der U16-Bundesliga für die Telekom Baskets Bonn und die Dragons Rhöndorf gearbeitet. Darüber hinaus war ich Head-coach der Landesauswahl NRW sowie Co-Trainer der U18-Natio-nalmannschaft. Zurzeit bin ich Headcoach der Dragons Rhöndorf in der 2. Bundesliga. Ist die Anti-Doping-Thematik im Rahmen Ihrer Trainerausbil-dung behandelt worden? Die Anti-Doping-Thematik ist während meiner Trainerausbil-dung mehrfach behandelt worden, bei der C-, B- und auch bei der A-Ausbildung. Auch der Ehrencodex ist vorgestellt worden, mit dem sich alle Trainer verpflichten, sich an die entsprechen-den Regularien zu halten. Bei welchen Themen benötigen Ihre Athleten Unterstützung? Unterstützung ist vor allem dann gefragt, wenn es um Nah-rungsergänzungsmittel oder um den Krankheitsfall geht. Da können auch mal Wirkstoffe in Medikamenten sein, die auf der Verbotsliste stehen. Das wissen auch die Eltern und sogar der Hausarzt nicht immer. Wie beurteilen Sie Ihren eigenen Wissensstand zum Thema Anti-Doping-Arbeit? Der eigene Wissensstand ist immer eine kritische Frage, weil sich in der Anti-Doping-Thematik jedes Jahr viel ändert. Diese jährlichen Neuerungen verfolgen bei uns vor allem die Ärzte. Mein Schlüsselwort ist die Sensibilisierung. Was bedeutet es, in welche Fallen kann ich geraten, wenn ich mich nicht richtig infor-miere und wo kriege ich die Informationen her? Und wie beurteilen Sie den Wissensstand Ihrer Athleten? Der Wissensstand meiner Sportler ist sehr unterschiedlich. Ge-rade für die, die das erste Mal in Kontakt mit dem Thema sind, ist das alles Neuland. Die Sportler, die bereits im Kader sind oder waren, sind schon deutlich informierter. Welche Verantwortung liegt beim Thema Anti-Doping bei Ihnen und welche bei Ihren Athleten? Die Verantwortung ist, denke ich, geteilt. Der Trainer trägt auf je-den Fall die Informationspflicht zu Beginn und auch die Fürsorge-pflicht, das Thema anschließend zu beobachten. Darauf zu achten, was man einnimmt, oder sich an das Regelwerk zu halten, die Ver-antwortung liegt aber beim Spieler. Welche Unterstützung bieten Sie Ihren Sportlern im Umgang mit den Anti-Doping-Auflagen (ADAMS, Kontrollen etc.)? Unterstützung leisten wir zum einen mit einer Informationsver-anstaltung zu Beginn der Saison. Darüber hinaus haben alle Spie-ler die Kontaktdaten unserer festen Beratungsstelle. Sie können sich also direkt über die Trainer oder über unsere Beratungs-person aufklären lassen und Hilfe holen. Zum anderen ist unser Ärztesystem eine große Hilfestellung. Unsere Ärzte sind alle gut informiert und unsere Spieler gehen nur zu diesen Ärzten. Mit wem arbeiten Sie in Bezug auf das Thema Anti-Doping zusammen? In Bezug auf das Thema Anti-Doping arbeiten wir direkt mit der NADA zusammen. Wir werden hier unterstützt bei der Aufklä-rung und der ersten Informationsveranstaltung. Welche Form von Austausch mit anderen Trainern aus Ihrem Umfeld gibt es zu dem Thema? Der Austausch mit anderen Trainern im Bereich Anti-Doping fin-det vor allem in Richtung Verband statt, da er im Basketball eher auf höherem Niveau relevant ist. Den Kontakt zu anderen Trai-nern sollte man offenhalten, um zu wissen: Wie machen die das? Wo gibt es Änderungen? Was wünschen Sie sich zukünftig für die Anti-Doping-Arbeit? Wenn ich mir eine Wunschliste machen dürfte, dann wäre das ein vertrauensvolleres, kollegialeres Zusammenarbeiten, gera-de was das Doping-Kontroll-System anbelangt. Wir wollen einen sauberen Sport und wir wollen nach einer Kontrolle, die absolut sein muss, auch nicht negativ auffallen. Wir möchten aber auch unser Training gut gestalten. Dementsprechend ist es ungünstig, wenn bei einem durchgeplanten Lehrgang der gesamte Kader getestet wird. Sinnvoller wäre es vielleicht, punktuell zu testen. Die Kontrolleure könnten, gerade im Jugendbereich, außerdem eher vertrauenerweckend und warmherzig auftreten. Matthias Sonnenschein Nachwuchsleistungstrainer Basketball Einblick Interview: Matthias Sonnenschein


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