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NADA Elternbroschuere 2016

11 P1 & P2 Alkohol und Betablocker Zwar bewirken Alkohol und Betablocker, die in Medikamenten ge-gen Bluthochdruck, Migräne und Herzkrankheiten enthalten sind, keine Leistungssteigerung; beide haben aber eine beruhigende Wirkung, helfen gegen Wettkampfnervosität und zitternde Hände. Deshalb sind sie bei Wettkämpfen in bestimmten Sportarten ver-boten, vor allem in solchen, bei denen eine „ruhige Hand“ erfor-derlich ist. Betablocker sind im Schießsport auch außerhalb von Wettkämpfen verboten. Da auch pfl anzliche Arzneimittel wie Hus-ten- und Erkältungssaft Alkohol enthalten können, gilt ein Grenz-wert von 0,10 Promille im Blut. Nebenwirkungen Der Konsum größerer Mengen von Alkohol führt zu Wahrneh-mungs- und Aufmerksamkeitsstörungen, zur Beeinträchtigung von Urteilskraft, Koordinationsfähigkeit und Sprache, zu Müdigkeit, Benommenheit und Übelkeit. Bei sehr hohen Dosen kann sogar ein Koma eintreten. Die Folgen eines länger andauernden Alkoholmiss-brauchs sind psychische und physische Abhängigkeit, Schädigung der inneren Organe, des Gehirns und des peripheren Nervensystems sowie Veränderungen der Persönlichkeit. Häufi ge Nebenwirkungen von Betablockern sind Blutdruckabfall, Herzrhythmusstörungen, Gewichtszunahme, Müdigkeit, Schwindel und Depressionen. Kann man positiv getestet werden, wenn man am Abend vor dem Wettkampf noch ein Bier getrunken hat? Als Eltern sehen Sie es sicher grundsätzlich nicht gerne, wenn Ihr Kind Alkohol trinkt, womöglich gar viel. Und mit Leistungssport lässt sich insbesondere der exzessive Konsum von Alkohol nur schwer vereinbaren. Ein Glas Bier oder Wein am Abend ist in der Regel bis zum nächsten Morgen wieder abgebaut. Wenn Ihr Kind aber eine Sportart betreibt, in der Alkohol im Wettkampf verboten ist (z. B. Bogenschießen, Luftsport, Motorbootsport, Motorsport), gilt ein Grenzwert: Ab einer Blutalkoholkonzentration von 0,10 g/l liegt ein Dopingverstoß vor. Die Feststellung erfolgt durch Atem- oder Blutanalyse. Ihr Kind sollte also am Abend vor dem Wett-kampf ganz auf Alkohol verzichten. Weitere Infos zur Alkoholprä-vention bei Jugendlichen fi nden Sie auch unter www.bzga.de M1 Manipulation von Blut und Blutbestandteilen (Blutdoping) Unter Blutdoping versteht man den Austausch von Blut, roten Blut-zellen oder anderen Blutzellprodukten, der nicht für eine medizi-nische Behandlung vorgesehen ist. Der Athlet lässt sich eine Blut-transfusion mit zuvor entnommenem fremdem oder eigenem Blut geben. Ziel dieser Methode ist es, die Zahl der roten Blutkörperchen im Blut zu erhöhen und so den Sauerstofftransport zu verbessern. Nebenwirkungen Blutdoping ist mit einem hohen gesundheitlichen Risiko verbunden und kann Nebenwirkungen wie schwere allergische Reaktionen, Fieber, Gelbsucht, Entzündungen der Venen, bakterielle Infektio-nen sowie Überlastungen des Herz-Kreislauf-Systems auslösen. Da Blutkonserven meist von fremden Spendern stammen, besteht grundsätzlich das Risiko, dass Infektionskrankheiten wie Hepatitis oder HIV übertragen werden. Ist Blut spenden erlaubt? Ja. Die reine Entnahme von Blut und damit die Blutspende ist er-laubt. Plasmaspenden sind jedoch verboten, da hier gefi ltertes Blut zurückgeführt wird. M2 Chemische und physikalische Manipulation Die Proben, die bei Dopingkontrollen genommen werden, dürfen nicht manipuliert werden. So ist es z. B. unzulässig, den Urin aus-zutauschen oder mit bestimmten Enzymen zu verfälschen. Verbo-ten sind auch intravenöse Infusionen und/oder Injektionen, die ver-botene Substanzen im Blut oder Urin verdünnen können, so dass Doping verschleiert wird. Nebenwirkungen Da Infusionen direkt in den Blutkreislauf gegeben werden, besteht grundsätzlich die Gefahr von Reaktionen an der Einstichstelle so-wie von Infektionen. Weitere Nebenwirkungen hängen von den ent-haltenen Substanzen bzw. Wirkstoffen ab. M3 Gendoping Unter Gendoping versteht man den Versuch, mittels Veränderung von Zellen, Genen oder auch nur Bestandteilen von Genen die Aus-dauerleistung oder das Muskelwachstum zu steigern. Hier besteht eine besondere Gefahr, denn anders als bisher bekannte Doping-substanzen können Gene nicht einfach wieder „abgesetzt“ werden. Die Veränderung von Genen hat Bestand – inklusive der damit ver-bundenen hohen Gesundheitsrisiken. Nur bei bestimmten Sportarten verboten Zu jederzeit, in und außerhalb von Wettkämpfen, verbotene Methoden Fallbeispiel Fallbeispiel vention


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