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NADA Elternbroschuere 2016

19 Trainingskontrollen Diese Kontrollen können zu jeder Zeit stattfinden und beschränken sich keineswegs nur auf das Training. Sie werden in Deutschland von der NADA organisiert. Dabei setzt die NADA auf sogenannte intelligente Kontrollen, bei denen viele ganz unterschiedliche Fak-toren in der Kontrollplanung beachtet werden. Die Athleten wer-den gezielt ausgewählt und die Kontrollen werden unangekündigt durchgeführt. So wird sichergestellt, dass die Proben nicht mani-puliert werden können, um Doping zu verschleiern. Wettkampfkontrollen Auch für die Planung und Durchführung der Wettkampfkontrol-len auf nationaler Ebene ist die NADA zuständig. Auf internati-onaler Ebene werden diese Kontrollen von den internationalen Fachverbänden allein oder auch in Kooperation mit der NADA durchgeführt. So können z. B. neben den Platzierten auch an-dere Athleten per Losverfahren bestimmt oder gezielt kontrol-liert werden. Dies kann auch Athleten betreffen, die noch keinem NADA-Testpool angehören. Regelung bei Minderjährigen Bei Dopingkontrollen gibt es kein Mindestalter, es können also auch minderjährige Athleten kontrolliert werden. Kader- und Testpoolathleten sind an das Anti-Doping-Regelwerk ihres Ver-bandes gebunden, z. B. durch eine Athletenvereinbarung. Als ge-setzlicher Vertreter stimmen Sie dieser Vereinbarung für Ihr Kind zu. Dopingkontrollen dienen nicht zuletzt dem Schutz der Sportler, etwa vor gesundheitlichen Schäden, die durch den Missbrauch von Arzneimitteln entstehen können. Minderjährige Athleten genießen aufgrund ihres Alters jedoch besonderen Schutz. Über die Rechte und Pflichten sollten Sie und Ihr Kind Bescheid wissen. Durchführung der Dopingkontrolle Bei Kontrollen von minderjährigen Athleten muss der Kontrolleur eine zusätzliche Person als Zeugen hinzuziehen. Dies ist entweder eine ausgewählte Vertrauensperson des Athleten oder eine durch den Kontrolleur benannte Person. Vertrauensperson Auch volljährige Athleten haben das Recht, zu einer Dopingkon-trolle eine Vertrauensperson mitzunehmen. Erfahrene Athleten verzichten zum Teil darauf, jedoch sollten gerade unerfahrene Athleten von diesem Recht Gebrauch machen. Es dient ihrer eige-nen Sicherheit. Die volljährige Vertrauensperson kann der Athlet frei auswählen. Es kann sich z. B. um den Trainer, den Betreuer oder auch einen Elternteil handeln. Sollte die gewünschte Ver-trauensperson nicht direkt vor Ort sein, kann diese benachrichtigt werden. Der Anfahrtsweg der Vertrauensperson sollte allerdings in einem vertretbaren Rahmen liegen. Die Vertrauensperson kann den Kontrollvorgang bezeugen und dem Athleten zur Seite stehen, wenn er sich unsicher fühlt und Fragen hat. Besondere Regelungen für Athleten im Alter von 16 und 17 Jahren Auch bei Athleten, die 16 bzw. 17 Jahre alt sind, findet eine Sichtkontrolle statt. Die Vertrauensperson muss der Sichtkontrolle nicht beiwohnen, wenn der Athlet dies nicht wünscht. Die Vertrauensperson muss aber den Kontrolleur beobachten, während dieser die Sichtkontrolle beim Ath-leten durchführt. Diese Maßnahme dient dem Schutz des minderjährigen Athleten, aber auch des Kontrolleurs. Besondere Regelungen für Athleten unter 16 Jahren Bei Athleten unter 16 Jahren findet keine Sichtkontrolle statt. Der Kontrolleur darf einen unter 16-Jährigen auch nicht „ausnahmsweise“ dazu auffordern. Was ist eine Sichtkontrolle? Eine Kontrollperson gleichen Geschlechts begleitet den Ath-leten in das WC und beobachtet die Urinabgabe. Dabei muss sich der Athlet von der Brust bis zu den Knien frei machen.


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