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NADA Elternbroschuere 2016

Doping hat meistens eine Geschichte Verschiedene Sportarten – verschiedene Dopingrisiken Doping kann es in jeder Sportart geben. Aber das Risiko für die Anwendung verbotener Substanzen und Methoden ist nicht in al-len 24 Sportarten gleich hoch. Doping dient in erster Linie dazu, die Kraft- und Ausdauerleistung zu verbessern. Deshalb ist das Risiko für Doping vor allem in solchen Sportarten sehr hoch, in denen es auf genau das ankommt. Generell werden Mannschaftssportarten als weniger gefährdet eingeschätzt als Individualsportarten, denn Teamfähigkeit und Taktik sind dort ebenso wichtig wie Kraft und Ausdauer. Dennoch besteht ein Dopingrisiko, etwa durch Grup-penzwang oder Konkurrenzdruck innerhalb des Teams, aber auch dadurch, dass die Mannschaftssportarten heute generell schneller und athletischer sind als früher. Karrierestart in jungen Jahren Das Risiko für Doping hängt auch damit zusammen, wie und vor allem wann der Karriereaufbau in einer bestimmten Sportart be-gonnen wird. So ist es in manchen Sportarten notwendig, schon in frühester Jugend ein zeitintensives Trainingspensum zu absol-vieren, das mit großem Leistungsdruck verbunden ist. Gleichzeitig müssen auch noch die Anforderungen in der Schule erfüllt werden. Manche junge Athleten können den Schonraum der Jugendphase dann nicht in gleichem Maße für ihre persönliche und soziale Ent-wicklung nutzen wie andere Heranwachsende. In Krisensituationen laufen sie dann eher Gefahr, zu Doping zu greifen – denn sie haben noch nicht ausreichend gelernt, Krisen konstruktiv zu bewältigen. Erwartungsdruck im privaten Umfeld Die meisten Eltern möchten ihre Kinder während des Aufbaus der sportlichen Karriere bestmöglich darin unterstützen, ihre Poten-ziale zu entwickeln, gute Leistungen zu bringen und ihren Weg erfolgreich zu gehen. Für die jungen Athleten ist es sehr wichtig, in den Eltern, aber auch in der Verwandtschaft oder im Freundes-kreis, Partner zu finden, die die eigenen Bemühungen und Leis-tungen anerkennen und immer wieder Zuspruch geben. Doch so manches Mal kann die positive Absicht, den jungen Athleten an-zuspornen und zu fördern, genau ins Gegenteil umschlagen und als zusätzlicher Erwartungs- und Erfolgsdruck empfunden wer-den. Manche Eltern legen zu hohe Maßstäbe an die Leistungen des Kindes. Wenn ein Sporttalent über längere Zeit in dem Ge-fühl lebt, die Erwartungen der Eltern und des privaten Umfeldes (noch) nicht erfüllen zu können, kann das zum Verlust von Mut und Selbstvertrauen führen. Zusammen mit dem ohnehin schon hohen Leistungsdruck, der z. B. vom Verein ausgeübt wird, wird daraus schnell eine sportliche Krise. Doch nicht nur überhöhter Erwartungsdruck macht krisenanfällig. Auch wenn Eltern zu wenig bis gar kein Interesse am eingeschla-genen sportlichen Weg zeigen oder ihn sogar ablehnen, weil er nicht den eigenen Vorstellungen entspricht, kann das eine große Belastung für die Kinder bedeuten. Denn Anerkennung und Wert-schätzung von Seiten der Eltern sind der feste Boden, auf dem je-des Kind seinen weiteren Lebensweg aufbaut – ob innerhalb oder außerhalb des Sports. Mit Courage gegen Doping Im Jahr 2003 gab ein Trainer einer 16-jährigen Athletin im Trainingslager ein braunes Fläschchen mit Kapseln, die das als Dopingsubstanz verbotene Testosteron enthielten. Der Athletin soll er gesagt haben, dass es sich um Vitamine handele. Mögliche Nebenwirkungen habe er ver-schwiegen. Die Sportlerin nahm die Kapseln nicht ein, sie vertraute sich u. a. ihren Eltern und anderen Trainern an. In einem Prozess sagte sie gegen den Trainer aus. Durch ihre Aussage wurde der Trainer zu 16 Monaten Freiheits-strafe auf Bewährung wegen Verstoßes gegen das Arznei-mittelgesetz in einem besonders schweren Fall verurteilt.


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