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NADA Elternbroschuere 2016

Noch Therapie oder schon Doping? Zu jeder Zeit verboten S0 Nicht zugelassene Substanzen Dies sind Arzneimittel, die zurzeit nicht durch eine staatliche Ge-sundheitsbehörde 8 für die therapeutische Anwendung beim Men-schen zugelassen sind (z. B. Tiermedikamente). S1 Anabole Substanzen Beispiele für verbotene Substanzen: Testosteron, Clenbuterol, Stanozolol. Die „klassischen“ Anabolika sind sogenannte Steroidhormone, die dem männlichen Sexualhormon Testosteron ähneln. Beim Doping werden sie zum Aufbau von Muskelmasse missbraucht. Nebenwirkungen Neben Akne und vermehrten Wassereinlagerungen im Gewe-be bewirken Anabolika eine Schädigung der Leber und erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bei Frauen können Störungen des Menstruationszyklus, verstärkte Körperbehaarung und Veränderungen der Stimme auftreten, bei Männern weibliche Brustbildung und eine Schrumpfung der Hoden. Durch Erkältungspräparate positiv getestet werden: Kann das passieren? Ja. Vielleicht wollen Sie Ihrem Kind nur etwas Gutes tun und mit Nasenspray, Hustensaft oder Erkältungssirup schnell zur Gene-sung beitragen. Aber viele vermeintlich harmlose Mittel gegen Er-kältungskrankheiten können Stimulantien oder anabole Substan-zen enthalten. In manchen Fällen gelten für Mittel mit ähnlichen Namen unterschiedliche Regelungen. So ist etwa der frei verkäuf-liche Hustensaft Mucosolvan® erlaubt, das verschreibungspflichti-ge Spasmo-Mucosolvan® hingegen verboten, da es die verbotene Substanz Clenbuterol enthält. Deshalb sollte jedes Medikament vor der Einnahme in der Medikamentendatenbank NADAmed ge-prüft werden und Rücksprache mit dem Arzt Ihres Kindes gehalten werden. Nur so kann Ihr Kind sicher sein, dass es keine verbote-nen Substanzen nimmt. S2 Peptidhormone, Wachstumsfaktoren, verwandte Substanzen und Mimetika Beispiele für verbotene Substanzen: EPO, CERA, HGH, HCG und LH (nur Männer), Corticotropine, Xenon und Argon. Eines der bekanntesten Mittel aus dieser Gruppe ist Erythropoe-tin (EPO). Epo ist ein Hormon, das der Körper auch auf natürliche Weise produziert, um die Produktion der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) zu regulieren. Zu Dopingzwecken wird Epo genom-men, um die Anzahl der roten Blutkörperchen zu erhöhen und da-mit unerlaubt die Ausdauer zu steigern. Nebenwirkungen EPO bewirkt durch die künstliche Erhöhung der Anzahl von ro-ten Blutkörperchen eine „Verdickung“ des Blutes. Das führt nicht nur zur Blutdrucksteigerung, sondern auch zur Entstehung von Thrombosen bis hin zum tödlichen Gefäßverschluss. Bei der An-wendung des Wachstumshormons. S3 Beta-2-Agonisten Beispiele für verbotene Substanzen: Fenoterol, Reproterol, Terbutalin. Beta-2-Agonisten sind in Arzneimitteln zur Behandlung von Asth-ma enthalten. Missbräuchlich werden sie zur Verbesserung der Atmung und zur Erhöhung des Atemvolumens genommen – das ist dann Doping. Nebenwirkungen Nebenwirkungen von Beta-2-Agonisten zeigen sich vor allem am Herzen, z. B. in Form von einer Erhöhung der Herzfrequenz und Herzrhythmusstörungen. Fallbeispiel Mein Kind leidet unter Belastungsasthma. Lässt sich eine Be-handlung mit dem Leistungssport vereinbaren? Ja. Die meisten Beta-2-Agonisten sind mit einem Grenzwert er-laubt, wenn sie inhaliert werden. Einige haben aber zusätzlich eine anabole Wirkung und sind deshalb in und außerhalb von Wettkämpfen verboten. Informieren Sie sich in der Medikamen-tendatenbank NADAmed, ob das vom Arzt verordnete Präparat auf der Verbotsliste steht. Wenn ja, dann besprechen Sie mit dem Arzt Ihres Kindes, ob es ein alternatives Präparat gibt, das nicht auf der Verbotsliste steht. Ansonsten braucht ihr Kind als Testpool-Athlet eine medizinische Ausnahmegenehmigung (TUE). Für alle ande-ren Athleten reicht ein ärztliches Attest. Fallbeispiel


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