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NADA Elternbroschuere 2016

9 S4 Hormone und Stoffwechsel-Modulatoren Beispiele für verbotene Substanzen: Insulin, Aromatase-Hemmer, selektive Estrogen-Rezeptor-Modu-latoren und andere Antiöstrogene. Zu Dopingzwecken wird Insulin genommen, um die Wirkung von Anabolika zu verstärken. Hormon-Antagonisten und -Modulatoren werden von männlichen Athleten benutzt, um unerwünschte Ne-benwirkungen von Anabolika zu vermeiden. Nebenwirkungen Die Anwendung von Insulin kann bei gesunden Menschen eine lebensgefährliche Unterzuckerung mit tödlicher Folge bewirken. Zu den häufigsten Nebenwirkungen von Antiöstrogenen gehören Sehstörungen, Übelkeit und Erbrechen. Bei Frauen kann es zu Störungen des Menstruationszyklus kommen, außerdem zu Ver-änderungen an der Gebärmutter und den Eierstöcken. Fallbeispiel 1. Was muss ich beachten, wenn mein Kind Diabetiker ist? Diabetiker sind auf Insulin angewiesen und sollen richtig thera-piert werden. Damit Ihr Kind nicht unbeabsichtigt positiv getestet wird, braucht als Testpool-Athlet eine medizinische Ausnahmege-nehmigung (TUE). Für alle anderen Athleten reicht ein ärztliches Attest. 2. Ist die „Anti-Baby-Pille“ für Frauen erlaubt? Ja. Alle Antibabypillen sind erlaubt. Dies gilt auch für andere hor-monelle Mittel zur Empfängnisverhütung wie Dreimonatsspritzen oder Hormonpflaster. S5 Diuretika und andere Maskierungsmittel Beispiele für verbotene Substanzen: Maskierungsmittel: z. B. Probenecid; Diuretika: z. B. Hydrochlorothiazid. Diese Substanzen werden zu Dopingzwecken missbraucht, um Dopingsubstanzen bei Urinkontrollen zu verschleiern. Zudem wer-den sie in Sportarten mit Gewichtsklassen missbraucht, um noch kurz vor dem Wettkampf Gewicht zu verlieren und die Kriterien der niedrigeren Gewichtsklassen zu erfüllen. Nebenwirkungen Die entwässernde Wirkung von Diuretika kann gefährliche Konse-quenzen für die Gesundheit haben. Mit der Flüssigkeit werden dem Körper Mineralstoffe entzogen, was bedrohliche Störungen des Elektrolythaushaltes nach sich ziehen kann. Die Folgen: akuter Blutdruckabfall, Muskelkrämpfe, Kreislaufkollaps, Magen- und Darmprobleme. Im Wettkampf verboten S6 Stimulanzien Beispiele für verbotene Substanzen: Amphetamine, (Pseudo-)Ephedrin, Kokain, Methylphenidat. Stimulanzien sind Aufputschmittel, die sowohl die körperliche als auch die psychische Leistungsfähigkeit kurzfristig verbessern können. Sie führen dem Körper jedoch keine Energie zu, vielmehr machen sie es möglich, die Energiereserven des Organismus bis zur Erschöpfung auszubeuten. Nebenwirkungen Weil Amphetamin, Kokain und Ecstasy alle körperlichen Reserven ausschöpfen, haben sie enorme, teils lebensgefährliche Neben-wirkungen, z. B. schwere Erschöpfungszustände, Blutdruckan-stieg, Herzrhythmusstörungen und Herzinfarkt, Krampfanfälle, Atemlähmungen und Kreislaufkollaps. Psychische Nebenwirkun-gen sind Unruhe und Übererregtheit, Schlafstörungen, Halluzi-nationen, Angstzustände und Wahnvorstellungen bis hin zur Psy-chose. Derartiges wird auch im Zusammenhang mit Ephedrin und Pseudoephedrin beschrieben, auch dann, wenn es sich um frei verkäufliche Präparate (z. B. Wick MediNait®, Aspirin Complex®, Reactine duo®) handelt. Fallbeispiel Kann ich meinem Kind bedenkenlos homöopathische Arzneimittel geben? Nein. Auch einige homöopathische Arzneimittel können zu posi-tiven Testergebnissen führen. Ebenso wie bei anderen Medika-menten gibt es sowohl verbotene als auch erlaubte Mittel. Ein bekanntes homöopathisches Mittel ist z. B. Nux Vomica gegen Übelkeit, Stress und Verdauungsbeschwerden. Die in Nux Vomica enthaltene Substanz Strychnin kann jedoch eine positive Kontrolle auslösen. Viele flüssige homöopathische Zubereitungen enthalten zudem Alkohol. Und Alkohol ist in bestimmten Sportarten im Wett-kampf verboten. S7 Narkotika Beispiele für verbotene Substanzen: Morphin, Fentanyl, Pethidin. Zu den Narkotika gehören Betäubungsmittel wie Heroin, Morphin und Methadon. Sie werden wegen ihrer schmerzstillenden Wir-kung als Doping bei schmerzverursachenden Sportarten verwen-det, etwa im Kampfsport. In Kombination mit Stimulanzien können sie deren Wirkung verstärken. Nebenwirkungen Alle Narkotika verursachen Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Benommenheit. Vor allem bei Überdosierung kommen le-bensbedrohliche Nebenwirkungen hinzu: Atemlähmungen können eine Unterversorgung der Gefäße mit Sauerstoff und einen (oft töd-lichen) Kreislaufschock nach sich ziehen. Bei regelmäßigem Kon-sum von Morphinen kommt es auch zu Depressionen, einem Ver-lust von Selbstvertrauen, zu Wahnvorstellungen und Psychosen.


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